Jürgen Wolf

Sachbuchautor für Persönlichkeitsentwicklung

DER ZAUBERSPIEGEL

Möglichkeiten Dir neu zu begegnen

Im Einklang mit sich selbst und der Umwelt zu sein, ist die größte Sehnsucht der Menschen. Vielleicht spürst Du, dass in Dir noch viele unerforschte Geheimnisse darauf warten, entdeckt zu werden. Nach dem Motto: Ändere Dein Leben - Erfinde Dich neu, lernt der Leser in drei kreativen Stufen der Veränderung:

>  Wer bist Du ohne Beeinflussung von außen?

>  Können Deine Ziele und Wünsche Dich ernst nehmen?

>  Erkennst Du die Big-Points in Deinem Alltag?

Ein Buch mit vielen Übungen, Metaphern, Tests und Motivation.

Leseprobe

Die drei Stufen der Veränderungsmethode

DAS BIN ICH!

Wer bist Du ohne Beeinflussung von außen? Was ist Dein wahrer Kern? Erlebe eine spannende Entdeckungsreise ins ICH

DAS WILL ICH!

Können Deine Ziele und Wünsche Dich ernst nehmen? Passen Deine Ziele und Wünsche mit Deinen Werten zusammen? Erkennst Du die Big-Point´s in Deinem Leben?

DAS LÄUFT JETZT SO!

Nicht jedem gefällt es, wenn Du Dich verändern möchtest. Mit der Franklin-Strategie kannst Du mit Freude Deinen neuen Lebensweg genießen.

 

Schaust Du in den Spiegel

siehst Du Dich

Schaust Du in den Zauberspiegel

siehst Du Dein wahres Ich

 

1. Stufe

 

DAS BIN ICH!

In der ersten Stufe nutzen wir verschiedene Methoden des Mentalen Bilderlebens. Diese geht davon aus, dass Bilder und Vorstellungen, die während des Tages in unsere Gedanken ablaufen, unbewusste Konflikte und Gefühle widerspiegeln. Das ist bei Tagträumen als auch bei Nachtträumen gleich. Allerdings bleiben die Bilder des Tages meist unbewusst.

Das Bilderleben (auch Katathymes Bilderleben), wird auch als Kurzzeittherapie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Behandlung von Krisen, Depressionen und anderen Formen von Herausforderungen genutzt.

Als Kind war uns eine bildliche Vorstellungskraft eigen, da wir bis zu einem gewissen Alter in magischen Bildwelten lebten. In unserer kindlichen Imagination konnten Bäume zu Lebewesen werden oder Naturgeister plötzlich hinter einem Baum hervor schlüpfen. Bei Erwachsenen können Tagtraumbilder spontan auftreten, aber auch bewusst entwickelt werden. Im inneren Bild zeigen sich oft ungelöste Lebensthemen. Wir setzen uns auf einer symbolischen Ebene mit ihnen auseinander. Die Konfrontation mit Themen, die den spontanen Fluss des Lebens hemmen, führt in der Regel zu immer mehr

 

Und plötzlich weißt du:

Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen,

und dem Zauber des Anfangs

zu vertrauen

Akzeptanz der eigenen Seelenlage und begünstigt das Entdecken von Lösungen.

In Problemlagen geht oft der Überblick verloren. Der Blick aus der Adlerperspektive führt im allgemeinen zu neuen Einsichten. Unnötige Verstrickungen werden erkannt und Blockaden werden gelöst. Das Ratio in uns wird ausgetrickst und wir kommen an die wahren Themen unserer momentanen Lebenssituation heran. Wir umgehen alle inneren Wächter, die uns dazu verleiten wollen, die wirklichen Antreiber in uns zu täuschen. Auf der Bildebene kommen sehr deutlich unsere Wesenszüge, Verhaltenseigentümlichkeiten, Ressourcen, Motivations-Strukturen und unbewusste Beziehungskonflikte symbolisch zur Darstellung.

Mit dieser spannenden und kreativen Methode erkennen wir sehr genau, wer wir momentan wirklich sind

 

Da es niemals die richtige Methode geben kann, habe ich mehrere Möglichkeiten für Dich ausgesucht. Nimm die, welche Dich vom Gefühl her am meisten anspricht. Natürlich ist es sehr spannend, sich in zeitlichen Abständen ebenso mit den anderen Inhalten zu beschäftigen. Bitte nutze jetzt nur eine Einzige und beschäftige Dich ausschließlich nur mit dieser. Es macht wenig Sinn, alle auf einmal anzuwenden.

Das Ruderboot

Dies ist sicher eine der besten Methoden, um sich selbst kennen zu lernen. Immer wieder bin ich überrascht, wie wirkungsvoll und sicher dieser Test ist. Du kannst Dir jetzt den Spaß machen und gleich weiterlesen und erfahren, warum diese Methode so spannend ist. Oder Du nimmst Dir zuerst ein Blatt Papier und schreibst einen Aufsatz mit dem Thema:

„Ich bin ein Ruderboot auf dem See“

Schreibe einfach drauf los, eine oder zwei Seiten, Viel Spaß!

Dieser Ich-Check stellt Deine momentane Lebenssituation mithilfe eines Ruderbootes dar.

Dieses Ruderboot, dass Du beschreibst…(weiterlesen, oder doch erst den Test machen? ;-)) … beschreibt natürlich Dich selbst. Würde ich Dir die Aufgabe stellen, Dein Leben zu beschreiben, wie Du darüber denkst, wäre es der Verstand (das Ratio), welcher die Antworten suchen würde.

Du hast Deinen Aufsatz geschrieben?

Wie hast Du Dein Ruderboot beschrieben? Ist es morsch oder fährt es Menschen von einem Ufer zum anderen? Wie viele Paddel hat es? Ist der See ruhig oder unruhig? Rudert es von einem Ufer zum anderen und wieder zurück? Vielleicht rudert es einen Strom entlang? Ist es undicht und hat Angst unterzugehen? Ist es eventuell gar kein Ruderboot, sondern eine Yacht, oder eine Fähre? Fährst Du mit oder gegen den Strom? Fährt Dein Ruderboot auf das offene Meer hinaus? Wie groß ist der See, auf dem das Ruderboot seine Fahrten unternimmt? Sind andere Boote zu sehen?

Falls Du Deinen Aufsatz schon geschrieben hast, ist Dir sicher aufgefallen, dass Du hier Dein momentanes Leben, Deine innersten Gefühle zu Papier gebracht hast. Du wirst den Zugang zu Dir selbst über das Ruderboot erst intensiv verstehen, wenn Du Deinen Aufsatz geschrieben hast. Einige Zugänge möchte ich Dir hier zu verstehen geben. Wenn Du Dein Ruderboot beschreibst, wird Dir immer mehr bewusst, wie Du Dein Leben siehst.

Ruderboot:

Du selbst

Wie hast Du Dein Ruderboot (selbst) beschrieben?

Morsch:

Keine Energie mehr – überfordert

See:

Dein Leben, Dein Umfeld (wie groß ist der See?)

Angekettet:

In der Freiheit behindert

Ufer:

gesetzte Grenzen

Alles was in diesem Aufsatz beschrieben wird, hat eine Bedeutung. Da es so viele Möglichkeiten gibt, die vorkommen können, möchte Ich Dir die Ruderboot-Methode mit Aufsätzen von Seminarteilnehmern vorstellen. Hier wirst Du sehr schnell lernen, wie wirksam die Aussagen das Leben widerspiegeln.

Hier einige Beispiele:

Ich bin ein Ruderboot auf dem See, ich transportiere die Menschen von einem Ufer zum anderen. Die Sonne scheint, und der See ist ruhig. Ich bin ein sehr großes Ruderboot, in dem viele Personen Platz haben. Die Menschen, die ich transportiere, sind neugierig auf das, was sie während der Fahrt sehen werden. Ich bin aus einem festen, guten Holz und sehr robust. Der See mündet in einen Fluss und das Ruderboot hat jederzeit die Möglichkeit, diesen Fluss, der sehr breit ist, stromabwärts zu fahren. Der See, auf dem das Ruderboot beheimatet ist, ist ziemlich klein, aber sehr romantisch und schön. Unterwegs begegnen dem Ruderboot andere Boote und Schiffe. Passagier-, Fracht- und Tankschiffe. Dem Ruderboot tun diese Schiffe leid, weil deren Passagiere nicht so nah am Wasser sind, wie das Ruderboot. Das Ruderboot kann fahren, wohin es möchte und wird von niemanden angekettet oder gehalten.

Am liebsten würde das Ruderboot auf das offene Meer hinausfahren, um zu einer großen Yacht zu werden, die sicher und voller Eleganz durch die Meere fahren kann.

Dieser Mensch ist momentan sehr glücklich (Sonne scheint, See ist ruhig) und selbstbewusst (großes Ruderboot, festes, gutes Holz). Er transportiert die Menschen (gibt ihnen Hilfe, ist für sie da). Dort wo seine Heimat, sein Umfeld ist, Wohnort oder Partner – fühlt er sich sehr wohl (romantischer See). Er fühlt sich jedoch eingeengt (kleiner See). Dennoch sieht er auch die Möglichkeit, jederzeit seinen Weg zu gehen (stromabwärts). Er sieht viele andere Boote und Schiffe (andere Menschen), wie Tanker (Menschen, die auftanken wollen), Passagierschiffe (Menschen die Freude, Spaß haben und etwas erleben wollen) und Frachter (Menschen mit Problemen – Fracht - Last tragen).

Ihm tun diese Menschen leid, er will ihnen helfen (sein Ruderboot transportiert gerne Menschen zu schönen Orten). Sein Boot ist nicht angekettet (er ist frei) und will auf das offene Meer hinaus (über alle Grenzen hinweg), um eine Yacht zu werden (Veränderung der Persönlichkeit)

Weitere Geschichten mit dem Ruderboot:

Ich bin ein sehr schnelles Ruderboot, das alle anderen hinter sich lässt. Der See ist sehr groß, die Wellen sind ziemlich hoch. Mein Ruderer hat viel Kraft und sieht sehr gut aus. Ich lasse mich gerne von ihm rudern, denn er weiß, wohin er rudern will. Manchmal habe ich aber Angst, dass die hohen Wellen mich zum Kippen bringen und ich untergehen werde.

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Ich bin ein Ruderboot auf dem See, das sehr klein und aus morschem Holz ist. Ich liege so herum und jeder kann mich benutzen, wenn er will. Der See ist ziemlich trübe und die Ufer felsig. Es fahren andere, schönere Ruderboote herum mit fröhlichen Menschen darin. Sie winken mir zu und ich winke zurück. Es macht mir immer wieder Spaß, wenn diese Boote an mir vorbeifahren. Wenn mich keiner mehr braucht, liege ich wieder angekettet am Ufer und warte, bis wieder welche kommen, um mit mir zu fahren.

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Ich bin ein neu angestrichenes Ruderboot. Es ist schon Herbst. Den ganzen Sommer wartete ich trostlos liegend auf dem See, ob jemand auf das Boot aufmerksam würde. Jetzt hat ein Mann das Ruderboot schöner gemacht. Es fühlt sich auf einmal sehr wohl. Es lässt auch nur Leute damit fahren, die es selber mag. Das Boot hat sich vorgenommen, einmal mit bestimmten, lustigen und vertrauenswürdigen Menschen hinaus zu anderen Seen zu fahren, um zu sehen, was es noch alles für Boote und Seen gibt. Vielleicht fährt es eines Tages sogar auf das Meer hinaus. Jetzt wo das Ruderboot überholt worden ist, ist es sicher, dass kein Wasser mehr hineinlaufen kann.

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Mein Ruderboot ist eine Fähre. Sie fährt den ganzen Tag von einem Ufer zum anderen. Damit die Fähre nicht die Ufer verfehlt, wo die Leute zu- und aussteigen, hängt es an einem Seil, um es abzusichern. Auf dieser Fähre haben die Leute die Möglichkeit, Nahrung und Trinken zu bekommen. Morgens fahren sehr viele Leute damit zur Arbeit, und am Abend benutzen sie wieder die gleiche Fähre, um nach Hause zu kommen. Sie haben sich immer viel zu erzählen, was sie so alles erlebt haben. Ich höre gerne zu, weil es so tolle Geschichten sind. Ich freue mich, dass die Menschen mit mir fahren, weil mir das richtig Spaß macht. Nur ab und zu würde ich gern einmal zu einem anderen Landungssteg fahren, um auch einmal neue Ufer zu sehen. Wenn ich nachts an meinem Ufer liege, fühle ich mich sehr wohl, denn hier kann ich das Plätschern des Flusses und die Ruhe genießen.

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Ein unsichtbares Seil lässt mein Ruderboot nur bis zur Mitte des Sees fahren. Ich kann von dort aus so viele schöne Dinge sehen, allerdings nicht dorthin fahren. Immer wieder zieht mich das Seil an meinen Anlegeplatz zurück. Ich versuche aber immer wieder herauszufinden, ob ich nicht stärker bin als dieses Seil, um auch andere Ufer zu finden. Ich möchte gerne fahren, wohin ich will.

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Dies ist eine Auswahl einiger Ruderboot-Geschichten von Seminarteilnehmern. Sehr wirkungsvoll ist es, wenn Du Deine Geschichte, mit einen Partner auswertest und umgekehrt. Du wirst viele Situationen Deines Lebens jetzt noch klarer sehen. Lasse den Stift beim schreiben Deiner Ruderboot-Geschichte einfach nur auf dem Papier gleiten. Denke jetzt nicht nach – schreibe einfach drauf los. Auch wenn Du jetzt die Hintergründe des Ruderbootes schon etwas erkennen kannst und vielleicht denkst, dass Du doch wieder mehr aus dem Verstand, dem Ratio schreibst. Probiere es aus, Du wirst überrascht sein, wenn Du Deine Geschichten wieder lesen wirst. Denke immer beim ansehen Deines Bootes daran, welche Bedeutung es für DICH hat!

Wie – das soll alles sein?

Vielleicht kennst Du den Film: Das Schweigen der Lämmer?

Ein knallharter Thriller und wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack. Dieser Film ist für viele Menschen, die sich mit Psychologie beschäftigen ein absoluter Kultfilm geworden. Die wichtigste Botschaft dieses Filmes war für mich ein einziger Satz, der mein Leben völlig veränderte. Seit dem verstehe ich die Dinge um uns herum genauer und kann sie besser einordnen. In der betreffenden Szene besucht eine FBI-Agentin im Gefängnis einen Mörder. Dieser hat die Morde mit den gleichen Ritualen verübt, wie der gesuchte Mörder. Die Agentin besucht den Gefängnisinsassen (unglaublich gespielt von Anthony Hopkins) immer wieder, in der Hoffnung, dass er Ihr Zugänge zu den Verhaltensweisen des anderen, gesuchten Mörders gibt. Der Gefängnisinsasse ist Psychologe. Erst nach dem dritten oder vierten Besuch gibt dieser Mann den entsprechenden Hinweis. Er kennt den Täter ebenso wenig wie die Agentin. Diese sucht nach einem Motiv der bestialischen Morde. Nach langen und sehr interessanten Dialogen kommt der entscheidende Hinweis. Der Insasse gibt der Agentin folgenden Satz mit:

„Was ist das Ding an sich,

was ist seine Natur?“

Ich habe diesen Satz leicht verändert:

Was ist das Ding an sich,

was ist seine Funktion?

Was sagt es aus, wenn ein Ruderboot morsch ist? Was bedeutet es, wenn es aus festem Holz ist? Was ist das Ding an sich, wenn der See für den Teilnehmer sehr klein ist? Was, wenn der Wunsch da ist, diesen See verlassen zu wollen? Wie ist es zu deuten, wenn das Ruderboot benutzt wird, oder angekettet ist?

Bei allem was Du in Deiner Geschichte entdecken wirst, stelle Dir immer die Frage, was die Funktion von…… ist!

Deine Ruderboot-Geschichte zeigt Dir sehr deutlich, wer Du momentan bist. Gefällt Dir Dein Ruderboot, der See, das Ufer, die Situation?

Prima wenn es so ist – oder?

Gefällt Dir die Geschichte nicht, dann schreibe sie einfach neu, und zwar so, wie Du sie haben möchtest. Klingt ja sehr einfach –

stimmt´s?

Ich kann mich noch sehr gut an eine Teilnehmerin erinnern, die ihre Geschichte veränderte. Sie sagte mir, sie hätte die größten Blockaden gehabt, als sie ihr Ruderboot von der Kette gelöst hat. Als sie am schreiben war und ihr Boot sich vom Ufer endlich lösen konnte, passierten unglaubliche Dinge für sie. Sie beschrieb eine völlig neue Ruderboot-Welt und sie schwor sich, diese Welt unbedingt erleben zu wollen. Sie hat es wahrgemacht.

Dies war Ihre neue Ruderboot-Geschichte:

Ich bin nicht mehr das angekettete Ruderboot. Ich löse mich von meiner Halterung. Etwas unsicher und orientierungslos treibe ich in Richtung Mitte des Sees, damit mich niemand zurückholen kann. Menschen, die ich sehr schätze haben sich erzählt, dass diese See in

einen Fluss mündet und der Fluss wiederum in ein Meer. Und dass es Strömungen gibt, die den Weg dorthin zeigen.

Erfüllt von der Sehnsucht nach dem hellblauen Meer finde ich direkt den Weg zum Fluss. Wind, Wetter und sonstige Ereignisse haben mich zwar etwas abgestoßen und äußerlich mitgenommen, doch treibt mich eine starke Strömung direkt ins Meer. Überwältigt von der Schönheit und der unendlichen Weite oberhalb und unterhalb des Meeres, lerne ich die Unendlichkeit des Seins zu begreifen. Ich fühle mich nicht mehr als Ruderboot, sondern als Teil dieses Ganzen.

Ich bin still geworden – es ist in mir. Die Gefühle und Bilder von diesem sichtbaren Wunder nehme ich auf und beschließe, von nun an meine Ruder selbst in die Hände zu nehmen. So kann ich überall dorthin, wo es für mich schön ist und ich glücklich bin. Und wo ich wichtige und sinnerfüllte Dinge tue. Manchmal treibe ich still, ein anderes Mal tanze ich übermütig auf den Spitzen der Wellen. Ich freue mich, dass ich lebe!

Gute Reise weiterhin liebe Sabine!